Plötzlicher Kontakt – 嬉しいですけど

hanasenai

„Ano, gakusei-san desu ka?“
Wumms! – Das kam aus dem Nichts. Ich schnappe überrascht nach Luft und überlege, was ich antworten soll. Studentin bin ich natürlich nicht, aber es ist schon schwer genug, Deutschen zu erklären, was genau ich hier mache. Wie sage ich das nur auf Japanisch?
Die freundliche Verkäuferin missdeutet meine Verwirrung und wechselt sofort in ein sauberes Englisch. Dabei bin ich es nur nicht gewohnt, über einfache Preisangaben oder die obligatorische Frage nach der Punkte-Karte (Pointokaado arimasu ka?) hinaus angesprochen zu werden.

Die Gelegenheiten, bei denen mir dieser ungeheure Akt grenzüberschreitender Kommunikation zuteil wurde, kann ich weiterhin an einer Hand abzählen:
*Der gutaussehende Vertreter an der Haustür, der kein Wort Englisch verstand.
*Die nette Frau im Supermarkt, die mich darauf aufmerksam machte, dass die Schleife an meinem Mantel aufgegangen war.
*Die alter Dame im Haushaltswarenladen, die mich in liebenswertem Tonfall plötzlich fragte: „Nani o sagashiteru no?“
Und nun das.

Ja, Japan ist ein Paradies für Einzelgänger. Wer nicht reden will, hat Glück: Mit Nicken alleine kommt man hier wunderbar durch. Der Nachteil ist, dass man sich schnell daran gewöhnt, nicht zu reden. Und in Großstädten wie Tokio ist das besonders schlimm.

 

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